RELATION

Dune Johnson, On Stereotypes

Dune Johnson, On Stereotypes

Relating Fiction to Fact

by Dune Johnson and the ICD interns, 2007

The day I set out from the Institute for Cultural Diplomacy (icd) with some other interns to do these interviews, the excitement in our group was palpable. Our goal: to mingle with natives and tourists alike, asking them each the same few questions in the hopes of finding out how a diverse group of individuals thought the world viewed their cultures. We’d spent a lot of time composing questions that would aid us in our quest to understand the images people held of foreign cultures, but in order to find people from differing walks of life, we ultimately had to use our own stereotypes: Does he look Italian? Does she sound foreign? I found myself thinking: “How can we objectively interview these people if we have to use stereotypes to find them?” The truth is, we all have ideas in our heads about how and why people are different from us. These ‘stereotypes’ are not inherently bad, and they often possess at least a kernel of truth. After all, it is these perceived differences that inspire us to learn about and visit other countries in the first place. If these differences didn’t exist, we might not have to deal with stereotypes, but then we’d also all be the same! It is important to remember that whatever idea we have of a foreign culture, it is merely one facet amongst many, and one that surely does not apply to all persons belonging to that group. People are always more complex than the one or two clear images we carry around of them in our heads. We have to be willing to let those images change and adapt as we familiarize ourselves with a culture’s truer complexities. There is a slim line between a benign stereotype and a malicious prejudice; so we must tread carefully, and remember to cherish and accept the differences, for it is they that set us apart.

An dem Tag, als ich mich mit den anderen Praktikanten vom icd zu diesen Interviews aufmachte, war die Anspannung in unserer Gruppe deutlich zu spüren. Unsere Mission: Wir wollten uns unters Volk mischen, um sowohl Einheimischen als auch Touristen ein paar Fragen zu stellen – in der Hoffnung, herauszufinden, was eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Individuen glaubt, welches Bild von ihren jeweiligen Kulturen in den Köpfen der Menschheit existiert. Wir hatten viel Zeit damit verbracht, Fragen zu formulieren, die uns bei unserer Suche nach den verschiedenen Vorstellungen – „Images“ – fremder Kulturen helfen sollten. Um aber erst einmal Menschen verschiedener Herkunft zu finden, mussten wir uns letztendlich unserer eigenen Stereotypen bedienen: Sieht der italienisch aus? Klingt sie wie eine Ausländerin? Und ich erwischte mich bei dem Gedanken: „Wie können wir diese Leute objektiv interviewen, wo wir doch unsere Stereotype (Klischees) brauchen, um sie zu finden?“ Tatsächlich haben wir alle Vorstellungen davon im Kopf, wie und warum sich Leute von uns unterscheiden. Diese ‚Stereotypen‘ sind an sich nichts Schlechtes und nicht selten ist ein Körnchen Wahrheit an der Sache. Immerhin sind es diese wahrgenommenen Unterschiede, die uns anregen, in ein fremdes Land zu reisen und mehr darüber herauszufinden. Würden diese Unterschiede nicht bestehen, müssten wir uns zwar nicht mit Stereotypen herumschlagen, aber dann wären wir auch alle gleich! Wir dürfen nicht vergessen, dass alle Vorstellungen, die wir von einer fremden Kultur haben, nichts weiter sind als eine Facette von vielen und sicher nicht auf alle Personen in dieser Gruppe zutreffen. Menschen sind immer vielschichtiger als die ein oder zwei klaren Bilder, die wir von ihnen im Kopf haben. Wir müssen dazu bereit sein, diese Bilder zu ändern und anzupassen, wenn wir uns näher mit der wahren Vielschichtigkeit einer Kultur beschäftigen. Es ist nur ein schmaler Grat zwischen Stereotyp und Vorurteil. Wir müssen also behutsam sein und die Unterschiede anerkennen und schätzen, denn sie machen uns schließlich aus.

Vorurteile:
Andere Menschen, andere Sitten?

Übersetzt von ANDREAS JANDL

The questions we asked:

What do others think of you?

What stereotypes do you think people associate with your culture, and do you agree with them?

Glauben Sie, es ist förderlich für Kulturen, diese mehr miteinander zu mixen?

Do you think it would be a good idea for cultures to mix more with one another?

The Answers:

Jorge, Spain: „Well, I guess people think we are all running around like bullfighters. No, actually I don’t think there are so many prejudices about our culture. I think that for the most part we are internationally respected. It depends on the person. But I like to know a lot about other cultures. It’s better to know a little bit of everything, don’t you think?“

Andreas, Berlin: „Ich glaube, wir sind hier in einer absoluten Multi-Kulti-Stadt. Es hat schon angefangen.“

Maija, Latvia: „Not always, because when cultures get mixed they also disappear.“

Nadine, Deutschland: „Ich glaube, dass die Tendenz generell da ist. Das ist eine Schattenseite der Globalisierung, aber ich bin sicher, dass gerade in Europa die einzelnen Kulturnationen überleben werden, allein wegen der Sprache. Und hoffentlich werden wir nicht erleben, dass alles zu einem Brei wird wie in Amerika. Aber das ist ja der europäische Integrationsgedanke: in Vielfalt vereint.“

Sasha, Moskau: „Ich glaube, wir haben nicht wirklich die Wahl. Also müssen wir versuchen, es so hinzukriegen, dass es gut wird, nicht wahr?:

Seiphemo, Südafrika: „Es gibt definitiv Vorurteile über Afrikaner, gute und schlechte. Entspannt und lässig sein, tanzen und das Leben genießen sind die guten. Nicht viel arbeiten und Kriminalität wären einige der schlechten. In Wahrheit arbeiten wir in Afrika sehr hart und sind eng verbunden mit Tradition und Kultur, aber wir leben in der Sonne, also wird auch viel gespielt!“

Stephen, USA: „They think we’re loud and noisy, arrogant, and that we all wear baseball caps. But I think in every country there are people who are insular and people who are ignorant. There are prejudices everywhere. But Americans don’t leave their country as much as Europeans. I mean, in America I could go a thousand miles and still not leave my country. It’s so huge, but with more exposure to other countries, there will inevitably be more openness.“

Monka, Deutschland: „Ich glaube, die Leute halten uns für Perfektionisten, die immer schwer arbeiten und sehr ernst sind. Die Leute hier arbeiten wirklich schwer, aber Berlin ist auch eine Stadt der Künstler und des Experimentierens.“

Andreas, Germany: „Ich denke mal, ganz gravierend wird noch sein: Nationalsozialismus und die Geschichte mit dem Dritten Reich. Das wird uns, glaube ich, ewig nachhängen.“

Milos, Slowakei: „Ich glaube, über die Slowakei denken nicht so viele Leute nach. Viele denken, das ist Slowenien oder Russland. Aber jetzt wohne ich in Berlin. Das ist eine gute Stadt. Man kann hier gut leben.“

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